Neues aus der Holzforschung

Dr. Fokko Schütt erhält den Zellcheming-Nachwuchspreis

Dr. Fokko Schütt, ehemaliger Doktorand des Zentrums Holzwirtschaft der Universität Hamburg und des Thünen-​Instituts für Holzforschung, ist mit dem angesehenen Nachwuchspreis der Zellcheming ausgezeichnet worden. Seine Promotionsarbeit zum Thema „Dampfdruckaufschluss und enzymatische Hydrolyse von Pappelholz“ überzeugte die Ehrenkommission – vor allem durch ihre wissenschaftliche Qualität, Neuartigkeit und Interdisziplinarität.

Die Promotion, die von Prof. Dr. Bodo Saake betreut worden ist, entstand im Rahmen eines EU-​Forschungsprojektes zur Nutzung von Lignocellulosen in Bioraffinerien. Hier sollen insbesondere geringwertige Rohstoffe wie Reststoffe und Holz aus Schnellwuchsplantagen zum Einsatz kommen. Das Ziel der Arbeit von Fokko Schütt war es, die geringwertigere Biomasse für eine enzymatische Hydrolyse zugänglich zu machen. Dadurch kann unter anderem Zucker als Fermentationsrohstoff für die Biotechnologie hergestellt werden.

Der Verein Zellcheming ist ein technisch-​wissenschaftlicher Verein für die forstbasierten Industrien. Sein Nachwuchspreis ist mit 2.000 Euro dotiert und wird für hervorragende wissenschaftliche, technologische, technische und betriebswirtschaftliche Leistungen auf den Gebieten der Zellstoff-​ und Papierherstellung und -​veredelung sowie des Umweltschutzes vergeben.

 

 

Das Holz aus dem Wasser

Im internationalen Holzhandel hat seit den letzten Jahren ein neues Sortiment„Stauseeholz“ große Schlagzeilen gemacht. Durch die Entwicklung von neuen Techniken ist es möglich geworden, große Holzvorräte in Stauseen zu erschließen und zu ernten, die seit mehreren Jahrzehnten unter Sauerstoffabschluss im Wasser lagern. Im Fachhandel sind bereits erste Kontingente an Werthölzern aus dem Brokopondomeer-Stausee (Surinam) erhältlich, die mit unveränderten Holzeigenschaften beworben werden.

Dieser See wurde vor 50 Jahren aufgestaut. Mit einer Fläche von 1500 Quadratkilometern hat er etwa die dreifache Größe des Bodensees. Da vor der Flutung der Urwald nicht gerodet wurde, stehen heute nahezu 10 Millionen Kubikmeter Holz im See. Die Ernte dieses wertvollen Rohstoffreservoirs führt die kostbaren Hölzer einer langfristigen und sinnvollen Verwendung zu.

Erste praktische Erfahrungen zeigen, dass sich die Holzeigenschaften, insbesondere das Stehvermögen der Hölzer, verbessert haben, was mit einem Abbau der wuchsbedingten Spannungen im Holzgewebe erklärt wird. Um die Qualität wassergelagerter Hölzer mit wissenschaftlichen Kennwerten zu belegen, werden im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsvorhabens die Holzeigenschaften und die natürliche Dauerhaftigkeit der Holzarten Andiroba, Cumarú und Pakoeli/Bacuri untersucht. Die ausgewählten Hölzer wurden nach über 40 Jahren „Unterwasserlagerung“ aus dem Gatúnsee (Panama) und Brokopondomeer-Stausee (Surinam) „geerntet“.

Bilder zum Thema: Stauseehölzer

Quelle
Thünen-Institut, Text und Bild
F.W. Bart & Co., Bild

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